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Experimente

Das Kölner Laboratorium für Wirtschaftsforschung beschäftigt sich mit der empirisch fundierten Weiterentwicklung wirtschaftswissenschaftlicher Theorien sowie der angewandten Analyse ökonomischer und sozialer Institutionen. Das Ziel der experimentellen Wirtschaftsforschung mithilfe von interaktiven, wirtschaftswissenschaftlichen Entscheidungsexperimenten ist das bessere Verständnis menschlichen Entscheidungsverhaltens. Oft werden die Vorhersagen wirtschaftswissenschaftlicher Theorien im Experiment getestet und weiter entwickelt. Andere Experimente überprüfen real existierende oder angedachte Institutionen quasi im „Windkanal“. Auch für die Ausbildung von Studierenden und Praktikern werden Laborexperimente eingesetzt.

Am Kölner Laboratorium für Wirtschaftsforschung werden eine Vielzahl an wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen bearbeitet. Dazu steht ein aus 68 Computern bestehendes Netzwerk zur Verfügung. Damit gehört unser Labor zu den modernsten und größten seiner Art in Deutschland. Darüber hinaus bietet unser Labor, mit weltweit führender Software, die Möglichkeit Experimente auch vollkommen digital durchzuführen. Dadurch lassen sich exakt kontrollierte Situationen simulieren und beobachten. So können wichtige Rückschlüsse über die Natur ökonomischen Verhaltens sowie über die Leistungsfähigkeit von Märkten und anderen Institutionen gezogen werden. Letztlich ist es das Forschungsziel, moderne, praxistaugliche Algorithmen für neue und verbesserte Marktplätze und andere ökonomische und soziale Institutionen zu entwickeln.

Im Kölner Laboratorium werden durch die Erhebung empirischer Daten grundlegende Postulate der wirtschaftswissenschaftlichen Verhaltenstheorie herausgefordert und weiter entwickelt. Welche Motive beeinflussen ökonomisches Verhalten? In welcher Weise unterscheidet sich die Rationalität des realen Entscheidungsträgers von der des homo oeconomicus, der die wirtschaftswissenschaftlichen Modellwelten bevölkert?

In einem komplementären Forschungsschwerpunkt wird untersucht, inwieweit die Grenzen kognitiver Fähigkeiten und egoistischer Motivationen für das Verständnis realen ökonomischen Verhaltens entscheidend sind. Ziel ist es, die wechselseitigen Auswirkungen von sozialen Präferenzen und eingeschränkter Rationalität auf der einen Seite und der Architektur ökonomischer Regelwerke auf der anderen Seite besser zu verstehen und modellhaft weiter zu entwickeln.

Beim „Design“ des Experimentes werden das zugrunde liegende „Spiel“, dessen Parameter und die monetären Anreize spezifiziert. Dabei können Präferenzen, Technologien und andere ökonomisch relevante Parameter perfekt induziert und kontrolliert werden. Oft wird zwischen zwei zu vergleichenden Anordnungen nur ein einziger Parameter verändert. Dadurch können Veränderungen im Verhalten der Versuchspersonen genau auf diesen einen Parameter zurückgeführt werden.

Die im Experiment generierten Daten werden mit wirtschaftstheoretischen, statistischen und ökonometrischen Methoden ausgewertet. Unerwartete Ergebnisse werden oft in weiteren Anordnungen überprüft. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen werden typischerweise in Forschungsarbeiten veröffentlicht.